In eigener Sache: Blog-Umzug nach Posterous abgeschlossen

Aufgrund einer Anregung von Robert Lender schreibe ich heute mal in eigener Sache. Wie treue Leser sehen können, bin ich von der selbstgehosteten Blogsoftware Serendipity zum fremdgehosteten Posterous gewechselt. Im folgenden meine Gründe.

Erster Grund: Verwaltungsaufwand mit eigener Blogsoftware

Obgleich ich softwarebegeistert bin, hatte ich doch zuletzt keine Lust mehr, die Blogsoftware zu warten. Die Nutzung eigener Serversoftware ist immer mit aufwendigen Verwaltungsarbeiten verbunden: regelmäßige Update-Installationen (Security, App selbst, PlugIns), Backups der Datenbank und des Contents usw.

Ehrlich gesagt, hielten mich auch meine eigenen „Optimierungen“ an der Konfiguration und des Layouts vom Schreiben ab. Bei Posterous habe ich für solche prokrastierenden Handlungen keine Chance mehr – Posterous ist so wie es ist.

Zweiter Grund: Blog pflegen per E-Mail – ganz einfach

Bevor ich auf Posterous stieß, schwebte mir ein absolut minimalistischer Ansatz vor: wie wäre es, wenn ein Smartphone mit Mailclient für die Contentpflege meiner Website ausreichen würde?

Schließlich steckt in jedem Mailclient ein (HTML)-Editor. Warum also nicht gleich den Mailclient als „Textverarbeitung“ nutzen? Die Betreff-Zeile beinhaltet die Kapitelüberschriften. Beiträge könnten zunächst als Entwurf lokal zwischengespeichert, bis sie fertig formuliert verschickt werden. Positiver Nebeneffekt: ohne Aufwand besitzt man mit jedem Mailversand an den Mailserver ein Backup seines Contents.

Wie gesagt, bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich Posterous noch nicht! Als ich dann darauf stieß, war es natürlich wie „a dream come true“. Posterous erfüllt alle meine Anforderungen.

Dritter Grund: Kostenersparnis

Wenn ich Blogsoftware nicht mehr selbst hosten muß, dann brauche ich auch kein PHP, MySQL und Speicherplatz mehr. Aktuell habe ich daher nur noch ein reines Mail/Domain Paket (mit Record und MX Zugriff) gebucht. Dieser Schritt hat meine Hostingkosten halbiert!

Eigene Domain, statt Posterous Sub-Domain

Nach einem längeren Praxistest unter einer Posterous-Subdomain bin ich diese Tage mit meiner eigenen Domain komplett umgezogen: Posterous IP im A-Record meines Hosters eingetragen und URL im Posterous-Backoffice. Fertig.

Bislang habe ich nichts bereut. Ich empfinde es als sehr entlastend, eine Pubikationsform gefunden zu haben, mit der ich beliebigen Content ganz einfach per Mail veröffentlichen kann. So habe ich schon ein Video eingebunden, nutze das Bookmarklet, cross-poste zu meinem Twitter-Account etc. Für all dies hätte ich bei Serendipity PlugIns selbst installieren und lauffähig machen müssen. Hier nutze ich die Features einfach.

Und im Worst-Case-Szenario, also wenn Posterous scheitern sollte, ziehe ich per Recordumleitung mit meiner Domain einfach zur nächsten Lösung um. Zum Beispiel stellt Martin Weigert Alternativen vor: Tumblr und das deutsche myON-ID.

UPDATE

In den letzten Tagen haben Robert Lender, Georg Mahr und Kahlil Lechelt einiges bei Posterous ausprobiert. Ich fasse ihre Ergebnisse kurz zusammen:

  • Bei Artikeln mit dem gleichen Betreff/Überschrift wird die URL ab 0 durchgezählt.
  • Mehrere Bilder werden in der Reihenfolge der Attachments dargestellt. Dateinamen werden für Sortierung ignoriert. (Als Besucher kann man mit den Links/Rechts-Pfeiltasten durch das Album blättern).
  • Bilder lassen sich nicht in Kommentaren veröffentlichen. Nur Link auf Graphikdatei.
  • Alle möglichen Formatierungsmöglichkeiten per Mail: http://www.schnipselblog.info/formatierungstest
  • Durchgestrichener Text läßt sich durch einfügen von <span style=“text-decoration: line-through;“>durchgestrichener txt</span> darstellen.
  • Durch css-tag <blockquote class=“posterous_long_quote“> werden lange Zitate mit einem langen Strich an der linken Seite ausgezeichnet und mit <blockquote class=“posterous_short_quote“> kürzere Zitate mit einem hochstehenden Anführungszeichen.

Außerdem von Robert Lender:
Piwik funktioniert als Alternative zu Analytics: Piwik Code in Seitenleiste einfügen.
Interviews mit dem iPhone auf Posterous veröffentlichen.

Dank an alle drei für Eure Experimente!

Bereits im Kommentar beschrieben. Für das korrekte Versenden von E-Mails mit Feed Burner muss die Zeitzone auf Pacific Time umgestellt werden.

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15 Gedanken zu „In eigener Sache: Blog-Umzug nach Posterous abgeschlossen

  1. Robert Lender

    Danke für deinen Bericht.Natürlich ist es „traurig“ wenn ein Serendipity/s9y Nutzer „verloren“ geht. Aber du scheidest ja nicht unfrieden. Deine Argumente sind für mich nachvollziehbar.Ein Blogsystem wie S9y ist natürlich flexibler, aber diese Flexibilität muss man natürlich mit SysAdmin Aufwand bezahlen. Wenn man sich allein auf das bloggen konzentrieren will und auch Hostingkosten sparen möchte etc., dann ist ein Umzug auf Systeme wie Posterous interessant.Ich muss zugeben, das ich mir Tumblr noch nie genau angesehen habe. Es hat mich nie so fasziniert. Ich kam zufällig (durch einen Link eines Bekannten) auf Posterous und war sofort fasziniert…Alles Gute daher für einen Webauftritt hier und weiterhin viel Spass beim bloggen.

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  2. Andreas Stark

    Anwendern, die ein ausgereiftes Blogsystem suchen, empfehle ich ausdrücklich Serendipity. Auf jeden Fall eine bessere Wahl als WordPress.Tumblr kommt für mich momentan nicht in Frage, da es z.Zt. keine Tags und Kommentare kennt. Damit wären also solche kleinen Diskurse gar nicht möglich.Google Analytics läuft auch. Mit Feedburner Mailzustellung kämpfe ich noch ;-)Danke für Deine Wünsche und Dir auch weiter viel Erfolg mit Deinem Blog.

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  3. Robert Lender

    Habe mir jetzt einmal http://www.tumblr.com/why-tumblr angesehen. Nun, lässt mich nicht gleich an meiner Entscheidung für Posterous zweifeln. Eigene Themes brauche ich adhoc nicht. Denke das wird auch per Posterous kommen – vielleicht auch als Teil eines Geschäftsmodells :)Die Kommentarfunktion finde ich schon interessant, da ich darüber auch in Posterous schon einige gute Hinweise bekommen habe.Danke auch für deine Wünsche.

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  4. Robert Lender

    ;)Wobei es darauf ankommt, wie man das Theming anbietet. Mixxt bietet z.B. die Möglichkeit einfach ein paar Parameter zu ändern – eine Headergrafik, die Farben von Überschriften,… Für Profis gibt es dann die Möglichkeit ein eigenes CSS einzubinden. Damit könnte man ganz abgestuft bestimmen wie weit man „frickeln“ 🙂 möchte.

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  5. Michael Wagner

    Bin ein begeisterter Tumblr Nutzer (http://blog.michaelgwagner.com) und beobachte Posterous mit Interesse seit Robert Lender darüber schreibt. Die Flexibilität des Systems von Tumblr ist für mich allerdings einer der Hauptpunkte warum ich mich für Posterous noch nicht so erwärmen kann. Kommentarfunktion und Analytics sind in Posterous zwar sehr sauber gelöst. Diese sind aber auch in Tumblr problemlos integrierbar. Tumblr hat dafür wieder eine sehr gute iPhone App.Grundsätzlich finde ich diese Form des Bloggings für den „casual blogger“ wesentlich besser als die inzwischen doch recht hochgezüchteten traditionellen Bloggingsysteme.

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  6. Robert Lender

    Natürlich ist es meinerseits nicht fair anhand einer Kurzbeschreibung Tumblr zu beurteilen. Wahrscheinlich haben beide Systeme ihre Vor- und Nachteile bzw. hat jeder andere Wünsche bezüglich Bedienung.Nebstbei: Habe mich interessehalber (auch um michaelgwagner followen zu können 😉 bei Tumblr registriert und festgestellt, dass es auch Tags kennt.OffTopic: Ich bin erstaunt, wieviele Menschen aufgrund meines bloggens sich zumindest in Posterous registriert haben. Micro-Trendsetting quasi 😉

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  7. Andreas Stark

    @michael „hochgezüchteten traditionellen Bloggingsysteme“. Sehe ich inzwischen genauso. Ich denke, dass ist der normale Entwicklungsverlauf von Softwaresystemen – von einfachen Anfängen/Grundfunktionen werden sie durch Anwenderwünsche mit der Zeit immer komplexer. Daraufhin entstehen wieder ‚Light‘-Versionen und der Kreislauf beginnt von Neuem.@Robert Ich fand Deine Posterous-Beiträge auch sehr interessant, weil sie Detailfragen klärten.Ich bin übrigens über Steve Rubel (http://www.steverubel.com/) auf Posterous gestossen.

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  8. Robert Lender

    Genau, es ist ein Kreislauf… :)@Andreas Habe eh nicht dich gemeint, sondern ein paar andere 🙂 Und jetzt gehe ich auf Steve´s Posterousblog…

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  9. Andreas Stark

    UPDATE.Tipp für deutsche Posterous-User, die Feedburner nutzen.In meinem vorhergehenden Serendipity-Blog klappte der Beitragsversand per Feedburner einwandfrei. Nach dem Wechsel zu Posterous verschickte Feedburner einfach keine Mails mehr an meine Abonnenten.Nach einiger Zeit fand ich den Grund: die Zeitzonen. In meinem alten Blog hatte ich natürlich GMT+1 (Berlin) eingestellt, da die Server in Deutschland standen.Jetzt sind die Server aber in Kalifornien (dort hostet Posterous). Der Timestamp der Posterousbeiträge ist Pazifiktime! Also muss man im Feedburner Backoffice unter Lasche Publicize, Rubrik Email Subscriptions, Menüpunkt Delivery Options die GMT-8 Pacific Time auswählen. Der Versandzeitpunkt ist dann 8 Stunden zurück. Ich habe ihn auf 1:00-3:00AM eingestellt. Damit erfolgt der Versand meiner Beiträge zwischen 9:00-11:00 unserer Zeit.Voila, der Versand erfolgt wieder einwandfrei.BTW. Die Anmeldung klappte von Anfang an einwandfrei. Einfach das Feedburner Text-Snipplet in die Seitenleiste einfügen. Fertig.

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  10. Robert Lender

    Hmm, ich habe Feedburner nie verwendet. Mein Posterous Blog wäre aber mal eine interessante Möglichkeit es zu testen…

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  11. Robert Lender

    Zu Füllhaas habe ich unter http://www.schnipselblog.info/fuellhaas-warum-ich-meinen-posterous-blog-ein ein paar Gedanken gepostet, da ich es für mein Schnipselblog anders sehe. Werde aber darüber in meinem Hauptblog (Stichwort „Nicht-Kannabilisierung“ 😉 noch genauer schreiben.Danke für beide Links. Tumblr vs. Posterous ist wie WordPress vs. Serendipity (die Blogengine die ich nutze). Jedem liegt etwas anderes, beide Systeme haben Vorteile und Nachteile. Und wie das Ganze in einem Jahr aussieht. Wer weiß das schon…

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  12. Robert Lender

    Danke für das Update und damit Zusammenfassung unser aller Ergebnisse. Allein bei Piwik muss ich leider einen gewissen Rückzieher zu machen. Besucherzähler funktioniert, auch Browserarten etc. werden ausgewerten. Aus- und eingehende Links sowie die Suchbegriffe, mit denen BesucherInnen über Google kommen, wurden bei mir nicht angezeigt. Mag sein, dass ich etwas bei der Implementation falsch gemacht habe. Ich werde noch weiter experimentieren…

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