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Der Sommer: eine gute Zeit für Software Releases

Bekanntlich ist es empfehlenswert neue Software so früh wie möglich zu veröffentlichen. So läßt sich die Produktidee testen und erste Anwender geben Rückmeldung.

Der Juli ist eine gute Zeit für solche Pilotreleases.

Aber gehen Sie „leise“ vor. Keine großen Werbe- und Marketingaktionen. Ihr vorrangiges Ziel ist es, soviel Feedback wie möglich von Ihren Nutzern zu bekommen.

Testen Sie alle Aspekte Ihres neuen Projekts unter realen Bedingungen: die Anwendung selbst, aber auch Installation, Website, Bestellverfahren, Support, Feature Request Management, usw.

Durch den Sommerstart haben Sie genug Zeit, um dieses Feedback zu analysieren und umzusetzen, bevor die Mehrheit Ihrer Kunden aus dem Urlaub zurückkehrt.

Im August oder September erstellen Sie dann ein zweites Release.

Die zweite Version ist stabiler und besser ausgetestet. Sie kommt vielleicht auch mit einigen neuen Features daher.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie mehr Geld in Marketing und Promotion investieren sollten: Ankündigung der Veröffentlichung auf Social Media Plattformen, Pressemitteilungen an die Medien schicken, Anzeigen schalten und so weiter.

Sie sehen, dass es sich als Softwarehersteller lohnen kann im Sommer aktiv zu werden.

E-Mail Marketing: Kostenloses Linktracking im Eigenbau

Im E-Mail Marketing kommen kostenpflichtige Newsletterversandlösungen zum Einsatz, die die Klicks auf Links in der Mail messen. Wie Sie im Eigenbau eine vergleichbare Funktionalität kostenlos erreichen, lesen Sie jetzt.

Die Lösung

1. Für fremde Links nutzen Sie den URL-Verkürzerdienst bit.ly
2. Für Links auf Seiten Ihrer eigenen Webpräsenz nutzen Sie Kopien der Seite mit einer Zahl als Dateinamen.

Vorbereitung

1. Melden Sie sich bei bit.ly an. Nur so kann der Dienst die Links Ihnen zuordnen.

bit.ly LogIn-Screenshot software-marketing.info

Zur Erinnerung: Sie nutzen bit.ly nur für fremde, externe Links. Datenschutzbedenken gegenüber einen fremden Dienst sind also vernachlässigbar.

2. Links auf Unterseiten Ihrer eigenen Website

Kopieren Sie die Seite, auf die Sie in ihrem Newsletter verlinken wollen und geben Sie ihr einen neuen Dateinamen mit einer Zahl plus Fragezeichen, z.B. 10?.html. Warum das Fragezeichen wird weiter unten erklärt.

Eine Zählung in 10er Schritten pro Mail bietet sich an. Also die Links im zweite Newsletter beginnen bei 20, der dritte ab 30 usw. So sehen Sie in der Auswertung auf einen Blick bei 32?.html, das war der zweite Link im dritten Newsletter. Aber natürlich sind sie völlig frei Ihre eigene Zahlenfolge zu bauen.

Diese Zahlen-Seiten kommunizieren Sie ausschließlich in Ihren Newsletter, keineswegs noch auf anderen Wegen. So haben Sie bei Klicks immer die Gewissheit, dass der Leser den Link aus Ihrem Newsletter hat.

Wenn Sie den letzten Schritt inhaltlich optimieren wollen, dann können Sie die kopierten Seiten auch indivudalisieren. Sie wissen ja, dass der Besucher von Ihrem Newsletter kommt, z.B. eine Anrede ein „Lieber Newsletter-Leser, Sie …“ oder anderweitiges.

Natürlich können Sie auch für den Newsletter extra erstellte Seiten (z.B. bei Aktionen oder Ankündigungen) die „Zahlen“-Seiten Methode verwenden.

3. ACHTUNG! Jetzt folgt ein wichtiger Hinweis.
Da Sie Ihre Seiten kopieren – Ihre Originalseite plus die gleiche Zahlen-Seite – haben Sie doppelten Content in Ihrer Site. Das führt bei Google zur Abwertung. Sie würden normalerweise schlechter auf der Ergebnisseite gerankt.

Aber natürlich gibt es hier Abhilfe, sonst würde ich Ihnen diese Möglichkeit ja nicht vorschlagen.

4. robots.txt Eintrag

An dieser Stelle kommt das ominöse Fragezeichen im Dateinamen ins Spiel. Legen Sie in Ihrem Server-Hauptverzeichnis eine Datei robots.txt (Details zur robots.txt bei Google) an – soweit nicht schon vorhanden. Dort tragen Sie folgende Zeilen ein:

    User-agent: *
    Disallow: /*?$

Dieser Eintrag blockiert alle URLs, die mit einem Fragezeichen enden und verhindert damit, dass Ihre Zahlenseiten indexiert werden. Falls Sie ein CMS nutzen, das Session-IDs mit ? generiert, so bleiben diese von diesem Eintrag unberührt. Denn das ? befindet sich immer innerhalb der URL und nicht am Ende. Also alles in Butter.

Vorgehensweise bei der Newslettererstellung

1. Externe Links kopieren Sie zunächst in das Shortenerfenster von bit.ly, dann setzen Sie den bit.ly Link in Ihren Newsletter ein

bit.ly Shortenerfenster software-marketing.info

2. Hyperlinks auf Ihre eigenen Seite fügen Sie ganz normal ein, z.B. 20?.html. Sie haben die Seiten oben vorbereitet.

Ergebnis

Im bit.ly Backoffice sehen Sie, welcher Link geklickt und wie häufig geklickt wurde.

bit.ly Auswertungsfenster software-marketing.info

In der Auswertungssoftware (Google Analytics, Piwik etc.) Ihrer Site, sehen Sie wie oft und welche Ihrer Zahlen-Webseiten aufgerufen wurden.

Fazit: So erfahren Sie mit einfachen Bordmittel, was Ihre Leser interessiert.

Für mehr Pragmatismus bei Google AdWord

Ich habe festgestellt, dass die Analytics Auswertung im Zusammenhang mit Adwords völlig aufgeblasen ist. Natürlich ist das im Interesse von Google.

Aber was zählt für den Verkäufer wirklich?

Wenn ich über AdWords konkret was verkaufen will, exakt nur zwei Dinge: wieviel mir Google monatlich an Kosten abbucht und wieviel ich netto verkauft habe. Beides sehe ich, ohne Analytics, konkret auf meinem Kontoauszug.

Für den Verkauf ist also nur wichtig: wie kriege ich potentielle Käufer auf meine Landing Page/Verkaufsseite. Alles von da ab ist auswertungstechnisch unwichtig.

Diese ganzen A/B Test sind Aktionismus. Auch wenn Seite B besser abgeschnitten hat, ist das nicht von Dauer. Und die Gründe sind auch unklar.

Wer, wo, wie im Verkaufsprozeß abgesprungen ist, läßt sich aufzeigen. Schön und gut, aber ‚So what?‘. Der Käufer kann abgebrochen haben, weil seine Frau zum Essen ruft. Oder die Bürovariante: Abruf zum extrem wichtigen Katastrophen-Meeting. Absprunggründe bleiben stets im Dunkeln.

Was ist also zu tun?

Es reicht also, eine gute Landing Page zu bauen. Keine Tests. Und den Schwerpunkt auf die Formulierung der Textanzeige und deren Keyword Schaltung zu legen. Fertig. Was sich dann nicht verkauft, verkauft sich auch nicht durch „Optimierungen“, „Keyfarming“ usw. usw.

15 Ideen für Ihre Software-Produktseite

Häufig wissen Softwarehersteller nicht, was sie außer den üblichen Produktfeatures, Demo-Download und Kontaktseiten noch auf Ihrer Webseite präsentieren können.

Hier die Antwort: Konzentrieren Sie sich auf Inhalte, die Ihre Kunden/Interessenten häufig nutzen und die sie anderen Menschen leicht weiterleiten können. Legen Sie den Fokus auf Dinge, die Beziehungen knüpfen und die Ihren Kunden helfen – vor und nach dem Kauf.

Ganz praktisch liefere ich hierzu ein paar Ideen:

  1. Screencasts – a) für Livedemos Ihrer Software und b) als Webinar für mehrteilige Tutorials
  2. White Papers – das Schreiben sollten Sie professionellen White-Paper Autoren überlassen
  3. eBooks – als Alternative zur langweiligen Dokumentation
  4. Podcasts – Interviews mit bekannten Persönlichkeiten Ihrer Zielgruppe
  5. Ein Buch – preiswert mit Publisihing-on-Demand produzieren. Anbietertipp: epubli
  6. Eine Artikelserie – über eine spezielle Adressliste an die Computerpresse verteilt
  7. Regelmässige Research Reports – positioniert Sie als Experten. Schreibe ich für Sie!
  8. Eine iPhone app – als Softwarehersteller sollten Ihre Ideen nur so sprudeln
  9. Ein Blog – wegen der Rückmeldungen in der Kommentarfunktion
  10. Eine Communitysite – es gibt ein Leben nach facebook, bauen Sie eine eigene Community auf
  11. Ein Twitter Tipps Channel
  12. Ein User Magazin – sparen Sie teure Druckkosten und veröffentlichen Sie die Zeitschrift als PDF
  13. „Powertipp der Woche“ – ein nützlicher Anwendungstipp prominent auf Ihrer Homepage präsentiert
  14. Online Manual – wird immer noch von einigen SW-Herstellern vergessen
  15. Content von Top-Bloggern – finden Sie die 2-3 Top-Blogger für Ihren Bereich und binden Sie deren RSS-Feeds (Rechte klären!) als News in Ihre Webseite ein

Fast allen Tipps ist gemeinsam, dass sie

  • Inhalte mit anderen teilen
  • kommunikativ sind, also keine Einbahnstrasse Hersteller -> Kunde
  • Ihre Software bekannter machen, da sie deren Verbreitung unterstützen („spread-the-word“)

Und falls Sie Hilfe bei der Umsetzung der einen oder anderen Maßnahme benötigen – Tel: 0172-828 4743

Andy Hunt: Pragmatisches Denken und Lernen

Buchcover: Snyder/Steger: Arbeiten mit Microsoft® Dynamics CRM 4.0. Microsoft Press 2008

Hanser 2009 ISBN: 978-3-446-41643-7 Preis: 24,90 EUR

Eines sei gleich vorweg gesagt: Selten hat mich ein Fachbuch so begeistert wie „Pragmatisches Denken und Lernen“.

Andy Hunt, Autor des Klassikers „Der pragmatische Programmierer“, wendet sich zwar an die Zielgruppe Programmierer & Co. Aber dieses Buch setzt inhaltlich eine Ebene höher an. Weg von konkreten Programmierrichtlichen, hin zu Problemlösungstechniken und Lernmethoden. All seine Ratschläge und Tipps erfolgen vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie unser Gehirn funktioniert.

Konsequent praktisch aus dem Programmieralltag geschrieben, gibt Hunt wertvolle Hinweise für die Arbeitsorganisation (Umgang mit Mails und Unterbrechungen), wie mit Druck umgehen und seinem Hauptanliegen, wie effektiv lernen.

Als Softwareentwickler oder ITler muss man ständig Neues lernen. Für diesen permanenten Prozeß vermitteln Kapitel 6 „Bewußtes Lernen“ und 7 „Erfahrung sammeln“ eine Fülle von Lernmethoden. Auch wer kein Fan von Mindmaps ist, wie ich, kommt auf seine Kosten (SQ3R, 1 User-Wiki).

Alle Ratschläge im Buch lassen sich uneingeschränkt von selbständigen Entwicklern umsetzen, einige von Angestellten wohl weniger. Dual-Monitorbetrieb ist sicher nicht überall Standard und mal eben spazierengehen, um den Kopf frei zu bekommen, kommt bei den Kollegen sicher auch nicht gut an.

Das schmälert die Wirksamkeit der Methoden natürlich keineswegs, wie immer ist alles eine Frage der Umsetzung. Mein Favorit sind die „Morgenseiten“ (S.92): direkt nach dem Aufstehen sofort (ohne ersten Kaffee) auf 3 Seiten alles aufschreiben, was einem einfällt. Macht den Kopf herrlich frei und liefert überraschende Lösungsansätze für Probleme, die man wälzt.

Und damit sind wir beim Wesenskern dieses Buches: es motiviert!

Nach der Lektüre einzelner Kapitel will man sofort loslegen und die Methode/Anleitung ausprobieren. Das ist auch ein Verdienst der hervorragenden Übersetzung von Dirk Wittke, der den humorvollen Schreibstil von Hurt ins Deutsche herüberretten konnte.

Das Buch ist mit Zeichnungen, Fotos und Skizzen wundervoll illustriert. Es macht einfach Spaß zu lesen. Das Beste sind die grau unterlegten Beispiele und Exkurse auf vielen Seiten. Wer einzelne Themen vertiefen will, findet in der zitierten Literatur viel nützliches Gedankenfutter.

Also, worauf warten Sie? „Debuggen Sie Ihren Verstand“, denn „Software entsteht im Kopf“.

FAZIT: Ganz klarer Kaufbefehl für alle Wissensarbeiter, die produktiver und bei ihrer Arbeit glücklicher sein wollen.

Zwei Wege um IT-Pressemeldungen zu versenden

Für Software-Firmen, die neu in die Pressearbeit einsteigen möchten, beschreibe ich an dieser Stelle zwei verschiedene Versandmöglickeiten:

Verteilung über kostenlose Presse-Plattformen im Web

Aus dem Report „Presseportal Report 2010“ habe ich IT-relevante Presseverteiler herausgesucht, die

 – mindestens 200.000 Besucher und
 – einen Alexa Pagerank unter 4.500

besitzen.

Die Reihenfolge erfolgt nach Anzahl der Zugriffe. In Klammern stehen Gründungsjahr / Site-Besucher pro Monat:

Nachteil dieser Presse-Plattformen: hohe Streuverluste, auch wenn man unter den entprechenden Branchenrubriken IT & Software veröffentlicht.

Verteilung in Eigenregie mit individuellen Presseverteiler

Erfolgversprechender erscheint ein Verteiler, der punktgenau den verantwortlichen IT-Redakteur adressiert.

Ein auf das Software-Unternehmen zugeschnitter Verteiler hat zudem den Vorteil langfristig persönliche Redakteurskontakte in den Computerzeitschriften aufzubauen. Die Fachredakteure sind häufig jahrelang dabei, sodaß es sich lohnt ein wenig in Vitamin-B zu investieren.

Falls Sie den Aufwand für den Aufbau eines eigenen IT-Presseverteilers sparen möchten, empfehle ich den neu erschienen Spezial-Presseverteiler „Deutsche Computerpresse 2010“. Er umfasst über 408 IT-Redakteure aus 105 Computerzeitschriften und IT-Medien:

http://software-marketing.info/presseverteiler-deutsche-computerpresse.html

Unabhängig von interessanten Meldungen und einem passgenauen Presseverteiler beruht der Erfolg von IT-Pressearbeit auf Kontinuität.

Leider neigen Software-Firmen dazu, ambitioniert anzufangen, aber nicht durchzuhalten.

Also lieber vierteljährlich eine Presseaussendung, als ein wöchentliches Bombardement, das nach einem halben Jahr einschläft.